Wohnpark Paulshöhe Schwerin Flurstücke

Bebauungsplan "Wohnpark Paulshöhe"

Derzeit wird durch die Schweriner Stadtverwaltung ein städtebaulicher Architektenwettbewerb zum Wohnpark Paulshöhe vorbereitet. Die Ergebnisse sollen in die weitere Planung einfließen.

 


Fläche

Das B-Plan-Gebiet Nr. 106 "Wohnpark Paulshöhe" umfasst die Flurstücke 105/4,  110/1, 104, 71/1 und 6/2.

  • Flurstück    105/4     =   35.680 m²
  • Flurstück    110/1     =     5.138 m²  (Schleifmühlenweg)
  • Flurstück       104     =     2.212 m²  (Parkweg)
  • Flurstück      71/1     =     1.111 m²
  • Flurstück        6/2     =          93 m²

Nachhaltiges Bauen

Das Dialogforum schlug vor, für den Wohnpark Paulshöhe eine Zertifizierung als nachhaltiges Stadtquartier z.B. nach DGNB-Standard der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen anzustreben. Nachhaltiges Bauen bedeutet ressourcenschonender und energieeffizienter Neubau, aktive Einbeziehung zukünftiger Bewohner und Umsetzung einer hohen Bau- und Wohnqualität im Rahmen wirtschaftlicher Rentabilität. Nachhaltiger Wohnungsbau im modernen Sinne bringt ökologische, ökonomische, soziale und kulturelle Aspekte in Einklang. Das Qualitätssiegel Nachhaltiger Wohnungsbau gibt die Möglichkeit, für den Wohnungsneubau gelebte Nachhaltigkeit zu dokumentieren und sichtbar zu machen.

weitere Informationen unter www.nachhaltigesbauen.de 

Topografie

Das Gelände um den Sportplatz herum weist deutliche Höhenunterschiede aus. Beim Bau des Sportplatzes 1922 wurde das Gelände abgetragen und eingeebnet. Dadurch entstanden ringsum Böschungen, die teilweise als Tribünen genutzt wurden. Während die ebene Fläche des Sportplatzes auf einer Höhe von etwa 41 Metern (NHN) liegt, befinden sich zum Beispiel der Schleifmühlenweg und die Straße Am Tannenhof etwa fünf Meter darüber. Möglich wäre die Wiederherstellung der urprünglichen Geländeform, welche straßenseitig zum Ufer des Faulen Sees hin abfiel. In einer Senke zwischen den Wohngebäuden könnte wie vom Dialogforum vorgeschlagen ein Regenrückhaltebecken als Biotop-Teich entstehen, um ein besseres Mikroklima zu schaffen und dort die Biodiversität zu fördern.

Erschließung

Die Haupterschließung könnte zum Beispiel über eine Verbindungsstraße zwischen dem Schleifmühlenweg und der Straße Am Tannenhof erfolgen. Eine weitere Erschließungsstraße wäre nördlich davon als virtuelle Verlängerung des Küchengartenwegs bis zum Parkweg möglich.

Art der Baulichen Nutzung

Das Bebauungsplangebiet "Wohnpark Paulshöhe" befindet sich im  Schweriner Denkmalbereich "Ostorfer Hals", welches allgemein auch als "Schlossgartenviertel" bezeichnet wird. Im Geltungsbereich dieser Denkmal-Verordnung sind der historische Stadtgrundgriss und und historische Erscheinungsbild geschützt. Diese werden als überwiegend freistehende offene Einzelhausbebauung mit Vorgärten und teilweise parkartigen, rückwärtigen Grünanlagen bzw. kleineren, untergeordneten Neben- oder Gartengebäuden in den Baufluchten der Straßenzüge beschrieben.

Der städtebauliche Charakter ist gekennzeichnet durch offene Einzelhaus- oder kleinere Etagenmietshausbebauung mit repräsentativem, villenartigen Charakter, deren Baukörper durch Erker, Risalite, Wandvorlagen, Gesimse sowie Fenster-, Portal- und Giebelbekrönungen bauplastisch gegliedert sind. Der Wechsel zwischen ziegelsichtigen und verputzen Fassaden belebt den individuellen Ausdruck der Straßenzüge, die durch den leicht gekrümmten Verlauf der Nebenstraßen eine zusätzliche Dynamisierung erfahren.

Maß der baulichen Nurtzung

Die Gebäude im Wohnpark Paulshöhe könnten mindestens zwei- und höchstens dreigeschossig sein, um sich in das historische Erscheinungsbild des "Schlossgartenviertels" einzufügen. Da das Gelände entlang des Parkwegs und des Schleifmühlenwegs zum See hin abfällt, könnte in bestimmten Bereichen an diesen Straßen auch eine viergeschossige Wohnbebauung zugelassen werden, um den Flächenverbrauch möglichst sparsam zu gestalten, ohne das dadurch ein Höhenunterschied zu den dreigeschossigen Gebäuden auffallen würde. Um die vorhandene Grundstücksfläche so effektiv wie möglich zu nutzen, sollten die nach § 17 Baunutzungsverordnung zulässigen Obergrenzen weitestgehend ausgeschöpft werden ohne dabei auf ausreichende Grün- und Bewegungsflächen zu verzichten.

Wohnpark Paulshöhe Schwerin - Vorschlag für Flächenverteilung

Wohnpark Paulshöhe Schwerin Vorschlag Bebauung
Diese Entwurfsskizze ist nicht mit der Stadtverwaltung oder mit kommunalpolitischen Gremien abgestimmt, sondern dient lediglich der Illustration.

Fassadengestaltung

Die Gestaltung der Fassaden solte sich an der umliegenden Bebauung im Stadtteil orientieren und im gesamten Bebauungsplangebiet einheitlich und harmonisch umgesetzt werden. Im Denkmalbereich "Ostorfer Hals" dominieren zweigeschossige Wohngebäude mit Ziegel- bzw- Klinkerfassaden. Diese sollten aufgegriffen und architektonisch hochwertig interpretiert werden. Im Dialogforum hat die Stadtverwaltung hierzu bereits einige Beispiele aus anderen Städten vorgestellt.

Schleifmühlenweg Schwerin
vorhandene dreigeschossige Wohnbebauung im Schleifmühlenweg


dreigeschossiges Bebauungsbeispiel aus Neustadt-Holstein Quelle: https://www.asp-architekten.eu

Westbrook Villas
dreigeschossiges Bebauungsbeispiel aus England Quelle: https://www.calderpeel.com

Krösnitz
dreigeschossiges Bebauungsbeispiel auf der Krösnitz in Schwerin

Dachformen

Laut Denkmalverordnung wird das Gebiet "durch die Dachformen Satteldach, Walmdächer in verschiedenen Ausprägungen, Mansarddächer verschiedener Ausformungen, kleine Gauben, die Dreiecksgiebel der Hausfassaden, Erker und Risalite geprägt". 

Grün- und Bewegungsfläche

Im Wohnpark Paulshöhe soll eine öffentlich zugängliche Grünanlage mit einem kleinen multifunktionalen Sportfeld eingerichtet werden, auf dem verschiedene Sportarten wie Fußball, Basketball, Tennis, Badminton, Hockey, etc. möglich wären. Laut Beschluss der Stadtvertretung soll die öffentliche Grünfläche unterhalb der traditionellen Tribüne (gemeint ist die Treppenanlage südlich der beiden Sporthallen) grundsätzlich von der gesamten Öffentlichkeit genutzt werden können. Für Kinder und Jugendliche könne zum Beispiel auch eine Skateranlage oder ein Schachfeld attraktiv sein.

Schachfeld Beispiel

Beispiel für Multifunktionssportplatz in Greifswald

Beispiel für Skateranlage in Greifswald

Geringe Flächenversiegelung - Verbot von Schottergärten

Die Versiegelung der Grundflächen sollte so gering wie möglich ausfallen und auf ein unbedingt notwendiges Maß reduziert werden. Im Bebauungsplan "Wohnpark Paulshöhe" sollten sogenannte  Schottergärten zum Schutz von Natur und Umwelt verboten werden.