Paulshöhe Schwerin

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Die Paulshöhe im Schweriner Stadtteil Ostorf soll ein Wohngebiet werden. Bereits im Dezember 2010 beschloss die Stadtvertretung die Verlagerung des Fußballsports von der Paulshöhe in den künftigen Sportpark Lankow. Im Oktober 2018 wurde nach langer Diskussion die Aufstellung des Bebauungsplans "Wohnpark Paulshöhe" beschlossen und damit das B-Plan-Verfahren eingeleitet. Für mehr Bürgerbeteiligung wurde im Herbst 2020 ein sogenanntes Dialogforum mit ausgelosten Einwohnerinnen und Einwohnern durchgeführt, das erste Anregungen geben und Vorschläge zur künftigen Bebauung erarbeiten sollte. Die Stadtvertretung stimmte am 8. November 2021 den Empfehlungen des Dialogforums in geänderter Form zu. Auf dieser Grundlage wird bis Ende 2022 ein Entwurf für den Bebauungsplan erstellt und öffentlich ausgelegt. Derzeit wird die Ausschreibung für einen Architektenwettbewerb vorbereitet. Das Planungsverfahren wird mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich ab 2024.


 

Änderungsanträge bezüglich Waldorfschule - CDU will mehr Wohnbebauung und anderes Grundstück für Schule anbieten

Stadtvertretung
31.03.2021

Zwei Fraktionen in der Stadtvertretung haben Änderungsanträge zur Beschlussvorlage des Oberbürgermeisters gestellt.

Die LINKE will die vom Dialogforum als Schulstandort vorgeschlagene Fläche (ca. 13.000 m²) der Waldorfschule per Erbbaurecht überlassen. Gleichzeitig soll die Stadt das bisherige Grundstück der Waldorfschule (6.888 m²) in der Schlossgartenallee 57 vom Schulbetreiber kaufen. Der jährliche Erbbauzins für die Paulshöhe würde voraussichtlich fünf Prozent des Bodenrichteswertes betragen. Der aktuelle Bodenrichtwert liegt bei 215 Euro pro m². Wieviel Schwerin für das derzeitige Grundstück der Waldorfschule zahlen müsste ist unbekannt. Mit dem Verkauf will die Waldorfschule offenbar den Neubau und die Pacht für die kommenden zehn bis zwanzig Jahre finanzieren. Laut Stellungnahme der Stadtverwaltung zum Änderungsantrag der Linksfraktion kann der Oberbürgermeister von der Stadtvertretung gar nicht aufgefordert werden, das Grundstück von der Waldorfschule zu erwerben. Möglich wären lediglich Verhandlungen. Warum die Stadt ein Grundstück für sozialen Wohnungsbau im Schlossgartenviertel teuer erwerben sollte, obwohl sie bereits mit der Paulshöhe ein wesentlich besser geeignetes Grundstück bestitzt, bleibt unklar.

Hingegen beantragt die Fraktion CDU/FDP, dass der Waldorfschule ein anderes Grundstück mit besserer Verkehrsanbindung angeboten werden soll, um so den Anteil der Wohnbebauung im Wohnpark Paulshöhe deutlich zu erhöhen. Ähnliches hatten auch schon Vertreter der SPD vorgeschlagen. Hierbei käme zum Beispiel die nur 2 km entfernte leerstehende Bezirksparteischule im Stadtteil Neu Zippendorf als neuer Standort für die Waldorfschule in Betracht. (eigene Meinung)

 

Die Schweriner Volkszeitung SVZ berichtete am 8. April 2021 auf ihrer lokalen Titelseite unter der Überschrift "Streit um Paulshöhe erneut entfacht" über die oben genannten Änderungsanträge.

SVZ 08.04.2021 - Streit um Paulshöhe erneut entfacht

Der SVZ-Redakteur Bert Schüttpelz meint in seinem Kommentar dazu, dass die Politik den Bürgerwillen nicht ignorieren dürfe und es fatal wäre die Arbeit des Dialogforums vom Tisch zu wischen, weil dessen Empfehlungen nicht den ursprünglichen Erwartungen entsprechen. Er verkennt dabei, dass die Teilnehmer nicht demokratisch legitimiert wurden und lediglich erste Anregungen und Ideen als Diskussionsgrundlage vorschlagen sollten. Für die Entscheidung über Bebauungspläne bleibt ausschließlich die direkt gewählte Stadtvertretung zuständig. Zudem erwähnte er nicht, dass sich aufgrund eines Aufrufs der Waldorfschule vor allem Lehrer und Eltern für das Dialogforum bewarben, um so das Anliegen ihrer Schule "mit weiteren, möglichst vielen Stimmen" zu vertreten. Neben der offiziellen Vertreterin der Schule gab es mindestens fünf inoffizielle Waldorf-Lobbyisten im Dialogforum. Dies spiegelt sich im Ergebnis wieder. Angesichts dessen sollten die Empfehlungen des elfköpfigen Gremiums nicht als "Bürgerwille" fehlinterpretiert werden.

Das Dialogforum mit acht ausgelosten Einwohnern sowie je einem Vertreter der Waldorfschule, der Kanurenngemeinschaft und eines Immobilienverbandes hatte unter anderem vorgeschlagen, "Im neuen Quartier soll ein offener Schul-Campus entstehen, zum Beispiel der Waldorf Schule". Während das Dialogforum also zumindest theoretisch auch andere Schulbetreiber in Betracht zog, haben sich einige Kommunalpolitiker bereits auf die private Waldorfschule festgelegt.

Die elf Teilnehmer des Dialogforums schlagen einen Anteil von etwa 13.000 m² im Wohnpark Paulshöhe für eine Schule vor. Warum in dem Stadtteil eine zusätzliche Schule benötigt würde, begründeten sie allerdings nicht. Auch die Größe der Schulfläche beruht ausschließlich auf Forderungen der Waldorfschule und wurde im Dialogforum nicht hinterfragt. Auf die von der Waldorfschule beanspruchte Fläche würden übrigens die Gebäude aller städtischen Grundschulen passen.

Größenbergleich Grundschulen Paulshöhe Schwerin

 

Selbstverständlich besteht eine Schule nicht nur aus dem Gebäude, sondern benötigt auch Freiflächen. Pro Schülerin/Schüler wären etwa 3 bis 5 m² Schulhof einzuplanen. Bei einer Grundschule für 300 SchülerInnen kämen zusätzlich zum Schulgebäude etwa bis zu 1.500 m² Schulhof hinzu.

 

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Bebauungsplan 106 Wohnpark Paulshöhe Schwerin