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Die Paulshöhe im Schweriner Stadtteil Ostorf wird ab 2024 ein Wohngebiet. Bereits 2010 beschloss die Stadt die Verlagerung des Fußballsports von der Paulshöhe in den Sportpark Lankow. Nach intensiver Diskussion stellte die Stadt 2018 den Bebauungsplan "Wohnpark Paulshöhe" auf und leitete damit das B-Plan-Verfahren ein. Im Herbst 2020 diskutierte ein elfköpfiges Dialogforum über die künftige Wohnbebauung und verständigte sich auf Empfehlungen, denen die Stadtvertretung im November 2021 in geänderter Form zustimmte. Auf dieser Grundlage wird derzeit ein Architektenwettbewerb vorbereitet und bis Ende 2022 der Bebauungsplan erstellt. Das Planungsverfahren wird etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen, bevor die Bauarbeiten beginnen.


 

Dialogforum veröffentlicht seine Empfehlungen zur Bebauung der Paulshöhe

Veröffentlicht von Administrator am 24.11.2020

In der letzten Sitzung des Dialogforums wurden die  Empfehlungen an die Schweriner Kommunalpolitiker zur künftigen Bebauung des Bebaungsplangebietes "Wohnpark Paulshöhe" abschließend formuliert. Diese sind maßgeblich von den wirtschaftlichen Interessen der privaten Waldorfschule beeinflusst. Eine Wohnbebauung soll im B-Plan nach Vorschlag des Dialogforums nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.

 

   Paulshöhe Schwerin Dialogforum Empfehlung

 

Das Dialogforum schlägt vor, in dem neuen Quartier solle ein offener Schul-Campus der Waldorfschule mit einer zweizügigen Ganztagsschule, Hort und Kita, Veranstaltungssaal sowie pädagogischen Werkstätten und weiteren Angeboten entstehen. Aus welchen Gründen dort ein Schulgelände städtebaulich, sozialräumlich oder ökonomisch Sinn ergeben sollte, bleibt unklar. Zumal die Waldorfschule nur 400 m entfernt bereits einen Campus in der Schlossgartenallee hat. Hintergrund kann nur das wirtschaftliche Interesse der Privatschule sein, um durch eine größere Fläche mehr Schüler unterrichten zu können und somit höhere Einnahmen zu erzielen. Laut  Schweriner Schulentwicklungsplanung besteht jedenfalls kein Bedarf in dem Stadtgebiet.

Die Geschäftsführerin der Waldorfschule will laut  Empfehlung des Dialogforums, dass "das Quartier als Ganzes unter einer gemeinsamen Trägerschaft, z.B. in Form einer gemeinnützigen Gesellschaft, Stiftung oder ähnlichem, entwickelt wird.“ Dabei geht sie vermutlich von einer Trägerschaft ihrer Privatschule aus. 

Die Empfehlungen des Gremiums enthalten auch positive Aspekte, die von den kommunalpolitischen Entscheidungsträgern im Sinne der Stadtentwicklung unbedingt aufgegriffen werden sollten.

So sollen maximal zwei bis dreigeschossige Gebäude entstehen, um den Charakter des Schloßgartenviertels zu erhalten. Dies ist in der  Verordnung über den Denkmalbereich „Stadt Schwerin – Ostorfer Hals“ auch vorgesehen.

Zudem soll eine Zertifizierung als nachhaltiges Stadtquartier z.B. nach DGNB-Standard der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen angestrebt und die Paulshöhe ein autoarmes Quartier werden, um die Verkehrsbelastung für das Umfeld zu minimieren und die Flächen optimal zu nutzen. Es soll ein Mobilitätskonzept erstellt werden, um die PKW-Stellflächen zu minimieren, alternative Verkehrsangebote zu integrieren (z.B. Car- und Bike-Sharing-Stationen) und eine bessere Anbindung an den ÖPNV sowie das Radwegenetz herzustellen. Ob sich die alten Bäume entlang des Sportplatzes wie vorgeschlagen erhalten lassen, muss noch untersucht werden.

Im weiteren Verfahren schlägt das Dialogforum für das gesamte Quartier einen städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb (inkl. Mobilitätskonzept) vor.

Insgesamt bleibt abzuwarten, wie die Schweriner Kommunalpolitiker auf die Empfehlungen des Dialogforums reagieren und welche der Vorschläge berücksichtigt werden.

 

 

 

Zuletzt geändert am: 11.12.2020 um 08:46

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Bebauungsplan 106 Wohnpark Paulshöhe Schwerin